Samstag, 7. August 2010

Gewohnheiten der Tiere auch zum Fest beachten

Wer freut sich nicht auf den festlich geschmückten Christbaum und das wundervolle Weihnachtsessen? Aber für unsere Vierbeiner bergen diese Freuden eine Vielzahl von Gefahren, und jedes Jahr müssen in den Tierarztpraxen die „Feiertagspatienten“ verarztet werden. Deshalb hier eine Checkliste für die Feiertage, zusammengestellt von Tierarzt Dr. Karsten Hesse.

Weihnachtsstress:
Hunde und Katzen benötigen einen ruhigen Platz, an den sie sich zurückziehen können, wenn der Weihnachtstrubel und die Besucheranzahl zu groß werden. Vor allem bei Kommunikationsschwierigkeiten und Animositäten zwischen Gast und Haustier (Angst vor Hunden, Katzenhaarallergie, bis hin zu „Igitt, die haart ja furchtbar!“, „Oh je, wie der sabbert!“, „Kind, pass auf, der hat bestimmt Würmer!“ usw.) sollte ein ruhiger Raum für ihren Vierbeiner zur Verfügung stehen. Wenn sich das Haus füllt, ist besonders auf offene Türen und unternehmungslustige Tiere zu achten. Gerade reine Stubentiger stürmen bei solchen Anlässen gerne in die sonst verbotene Freiheit. Ein Adressanhänger am Halsband kann vor dem Schlimmsten bewahren.

Ernährung:
Unsere Hausgenossen sind Gewohnheitstiere, deshalb sollte trotz Weihnachtshektik für den gewohnten geregelten Tagesablauf der Tiere gesorgt werden. Änderungen bezüglich der Fütterungszeit, -menge und des Fütterungsortes sind zu vermeiden. Besonders Katzen reagieren oft ganz empfindlich auf plötzliche Umstellungen und zeigen ihren Protest nicht selten in Form von demonstrativem Harnabsatz außerhalb der Katzentoilette (beliebter Ort ist das Kopfkissen des – in ihren Augen – „Unruhestifters“). Viele wollen auch ihrem Tier an den Feiertagen etwas ganz besonders Gutes bieten, aber häufig wird auf die ungewohnte Nahrung und die abrupte Futterumstellung mit Durchfall geantwortet.

Knochen und Essensreste:
Weihnachtsgänse, Rehrücken, Lammkeulen etc. sind Lieferanten schmackhafter Knochenabfälle. Trotzdem sollten diese lieber in der Tonne landen, anstatt Hund oder Katze als Leckerbissen angeboten zu werden. Knochen können zum einen überall steckenbleiben (zwischen den Zähnen, im Hals, im Magen, im Darm), zum anderen kann Knochenfütterung zu schmerzhaftem Kotabsatz und sogar zur massiven Verstopfung (nicht selten nur operativ zu beheben) führen oder Erbrechen und Durchfall auslösen – alles natürlich mit den entsprechenden Folgen. Auch fette und stark gewürzte Essensreste (Fett vom Fleischfondue, Gänsehaut, Eisbeinschwarte) sind immer gut für Magen-Darm-Störungen der besonderen Art.

Süßigkeiten:
Vor allem, wenn Kleinkinder im Haus sind, sollte darauf geachtet werden, dass Hund und Katze durch diese nicht unkontrolliert mit Süßigkeiten vollgestopft werden – auch wenn mancher Hund sich als wahre „Naschkatze“ erweist. Abgesehen von Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verfettung können Schokolade und Kakaoprodukte Ihr Tier auch richtig vergiften. In Schokolade ist Theobromin enthalten, das für unsere Haustiere giftig ist. Für den Hund ist reines Theobromin schon in einer Dosis von 100-200 Milligramm tödlich. Eine Tafel Vollmilchschokolade enthält bereits 155-232 Milligramm Theobromin und eine Tafel Zartbitterschokolade noch mehr. Zwei Stückchen Zartbitterschokolade können für einen Chihuahua somit schon tödlich enden. Wenn Sie Ihr Tier verwöhnen wollen, dann besser mit speziellen Leckerlis aus dem Tierfutterfachhandel.

Pflanzen:
Herrlich schmücken sie die Wohnung, aber Mistelzweige, Thuja, Taxus, Stechpalme und Weihnachtsstern sind für Katzen giftig. Elektrokabel: Weihnachtsbeleuchtungen bedeuten elektrische Kabel, die zum Kauen einladen – nicht selten mit tödlichem Ausgang. Besondere Vorsicht ist bei Jungtieren und Nagern geboten.

Kerzen:
Lassen Sie brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt! Wie schnell steht ein buschiger Hunde- oder Katzenschwanz in Flammen. Und durch heißes Wachs kann es zu schwerwiegenden Verbrennungen kommen. Auch für Vögel stellen Kerzen eine große Gefahr dar, denn sie können sich beim Freiflug verbrennen oder beim neugierigen Beknabbern verletzen.

Tannenbaum:
Der Weihnachtsbaum ist gut abzusichern, denn vor allem kletterfreudige Katzen können ansonsten den festlich geschmückten Baum in ein einziges Chaos verwandeln. Bei Tieren im Haushalt empfehlen sich aus Sicherheitsgründen, genau wie bei kleinen Kindern, elektrische Weihnachtsbaumkerzen.

Baumschmuck:
Scharfkantige Gegenstände und zerbrechliche Christbaumkugeln sind besonders attraktiv und besonders gefährlich (äußerliche Schnittverletzungen beim Spielen oder Hineintreten, innerliche beim Zerkauen oder Hinunterschlucken). Auch Geschenkbänder und Lametta verführen zum Spielen und Hinunterschlucken – sie sind dünn und scharfkantig genug, um sich durch den Darm zu schneiden oder sich zumindest so im Magen-Darm-Trakt zu verheddern, dass es zu Darmverschlingungen bis hin zum Darmverschluss kommen kann. Hier hilft in der Regel nur noch schnelle chirurgische Hilfe.

Bitte beachten Sie daher diese kleinen Tipps und einem schönen und unbeschwerten Weihnachtsfest dürfte nichts im Wege stehen – Fröhliche Weihnachten!

Copyright Text/Foto: Dr. Karsten Hesse, 35460 Staufenberg

Silvesterstress für Heimtiere

Was Sie tun können, wenn’s wieder mal knallt…

Mit ein paar einfachen Tipps lässt sich der Silvesterstress für Heimtiere minimieren
Sobald die Silvesterböller und Raketen in den Geschäften Einzug halten, sind viele Heimtierbesitzer vorgewarnt. Das Silvesterfest naht und mit ihm das bei zahlreichen Hunden und Katzen nicht allzu beliebte Ritual des Krachens und Knallens. Damit sich der Stressfaktor für Heimtiere ein wenig reduziert, haben wir ein paar einfache Tipps zusammengetragen, wie man dem lauten Böller ein wenig Schrecken nimmt.

Insbesondere Hunde und Katzen leiden aufgrund ihres feinen Gehörs unter den plötzlichen und lauten Knalleffekten des Feuerwerks. Zunächst einmal sollte jeder Hunde- oder Katzenbesitzer darauf achten, dass er seinem Tier gegenüber eine gewisse Sicherheit und Ruhe vermittelt. Diese Ausstrahlung überträgt sich und beruhigt die tierischen Mitbewohner ebenfalls.

Außerdem sollten Spaziergänge mit dem Hund vor allen Dingen auf die raketen- und böllerfreie Zeit gelegt werden. Für Ausflüge rund um den 31. Dezember gilt außerdem: Nehmen Sie Ihren Vierbeiner auf jeden Fall zur Sicherheit an die Leine. Denn auch kurz vor und nach dem Fest wird vielerorts vereinzelt geböllert. Manch ein Hund gerät in solch einer Situation in Panik und tritt die Flucht nach vorne an. Für Hunde und Katzen gilt es gleichermaßen einen geschützten und ruhigen Raum einzurichten, an dem sie sich zurückziehen können. Der Raum sollte sich gut verdunkeln lassen, beispielsweise durch Vorhänge oder Rollos. Katzenbesitzer, deren Samtpfoten Freigänger sind, sollten ihre Tiere frühzeitig in die heimischen vier Wände holen. In der gewohnten Umgebung lassen sich die fremdartigen und unangenehmen Geräusche wesentlich besser ertragen.

Wenn Tiere trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen extrem unter dem Silvesterfeuerwerk leiden, sollten Heimtierbesitzer rechtzeitig ihren Tierarzt zu Verhaltensregeln und Behandlungsmöglichkeiten befragen. So kommen Heimtiere und ihre Besitzer gut ins neue Jahr.

Zahngesundheit beim Hund

Auf die Vorsorge kommt es an

Der Tierarzttipp von Dr. Karsten Hesse - Spezielle Produkte und Snacks helfen weiter

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Die meisten Hunde haben 42 Zähne, das sind zehn Zähne mehr als der Mensch. Wie beim Menschen gibt es auch beim Tier zahlreiche Gefahren für die Zahngesundheit. Am häufigsten sind die Zähne von Zahnbelägen und Zahnstein bedroht.

Als Fleischfresser besitzt der Hund ein Gebiss, das dem Ergreifen und Töten der Beutetiere und dem groben Zerreißen dient. Die Zähne der Vorfahren unserer Hunde wurden durch regelmäßigen Beutefang und -verzehr gereinigt, Zahnerkrankungen waren selten. In heutiger Zeit hat sich die Lebensweise geändert und die Zahngesundheit des Hundes stellt neue Anforderungen.

In der Maulhöhle gibt es Bakterien, die sich an der Zahnoberfläche festsetzen und vermehren. Zusammen mit Nahrungsresten entstehen klebrige Beläge, die Plaque.

Durch Einlagerung von Mineralsalzen aus dem Speichel in die Plaque werden die Zahnbeläge zu gelblich-braunem Zahnstein. Er haftet gewöhnlich zuerst an der Außenfläche der Fang- und Backenzähne. Durch den mechanischen Druck des Zahnsteins und durch Giftstoffe der Plaquebakterien entsteht eine Entzündung des Zahnfleisches, die mit einer schmalen, aber oft deutlich sichtbaren Rötung beginnt. Oft hat der Hund dabei Mundgeruch. Schließlich kann der gesamte Zahnhalteapparat betroffen sein. Die Folgen sind bekannt: Das Zahnfleisch geht zurück (Parodontose), die Zähne lockern sich und fallen aus oder müssen gezogen werden. Plaquebakterien und ihre Gifte können im ganzen Körper streuen und die Allgemeingesundheit gefährden.

Lassen Sie es nicht so weit kommen! Die wirksamste Prophylaxe zur Verhinderung der Zahnsteinbildung ist das regelmäßige Zähneputzen mit speziell für Tiere hergestellten Zahnbürsten und Zahnpasten.

Man sollte bereits im frühen Alter damit beginnen, den Hund daran zu gewöhnen. Trotzdem duldet nicht jedes Tier das Zähneputzen. In diesem Fall können Sie ihm regelmäßig spezielle Kaustreifen oder Kauknochen anbieten. Durch die innere Beschaffenheit dieser Kauknochen erfolgt eine mechanische Reinigung der Zähne, dadurch werden das Wachstum der Plaquebakterien und die Zahnsteinbildung deutlich reduziert. Lassen Sie die Zähne Ihres Hundes in regelmäßigen Abständen von Ihrem Tierarzt kontrollieren. Massiver Zahnstein kann beim Tier nur in Vollnarkose mit einem Ultraschall-Zahnsteinentfernungsgerät entfernt werden. Nach gründlicher Reinigung von Plaque und Zahnstein wird die Zahnoberfläche noch poliert, um durch die glatte Oberfläche das Wiederauftreten neuer Zahnbeläge zu verhindern bzw. zu verzögern. Bei starker Zahnfleischentzündung oder wenn Zähne gezogen werden mussten, empfiehlt sich zusätzlich eine Antibiotikumtherapie, in leichten Fällen reicht meist das Auftragen einer desinfizierenden und gut haftenden Zahnfleischsalbe über mehrere Tage.

Copyright Text/Foto: Dr. Karsten Hesse, 35460 Staufenberg